Arbeitssicherheit · SGAS · Struktur
11‑Punkte‑System Arbeitssicherheit
Eine praxistaugliche Struktur, um Arbeitssicherheit systematisch zu organisieren: Gefahren erkennen, Massnahmen planen, umsetzen, kontrollieren und laufend verbessern – inklusive 11. Punkt Freizeitsicherheit.
Das Wichtigste in 20 Sekunden
- Das 10‑Punkte‑System ist eine praxiserprobte Gliederung, um Arbeitssicherheit strukturiert aufzubauen.
- Wichtig ist weniger die Nummerierung – entscheidend ist der durchgängige Prozess: erkennen → entscheiden → umsetzen → kontrollieren → verbessern.
- Wir nutzen in der Beratung häufig eine 11‑Punkte‑Erweiterung: Punkt 11 erweitert die Verantwortung auf Freizeitsicherheit (Unfälle ausserhalb der Arbeit reduzieren).
- Für Betriebe entsteht daraus ein Massnahmenplan mit Verantwortlichkeiten, Terminen und Wirksamkeitskontrolle.
Die 11 Punkte (Struktur)
Hinweis: Je nach Betrieb/Branche werden Begriffe leicht anders verwendet. Entscheidend ist, dass alle Themen abgedeckt und nachweisbar bearbeitet werden.
1) Führung & Organisation
Rollen, Verantwortlichkeiten und Stellvertretungen festlegen (z.B. KOPAS/SiBe, Vorgesetzte, Mitarbeitende).
2) Recht & Grundlagen
Relevante Vorgaben im Betrieb verankern (ArG, VUV, EKAS, Branchenregeln) und Anforderungen kennen.
3) Gefahrenermittlung
Gefährdungen systematisch erfassen (Tätigkeiten, Arbeitsplätze, Anlagen, Stoffe, Umgebung).
4) Risikoanalyse / Bewertung
Risiken beurteilen (Eintrittswahrscheinlichkeit, Schwere) und Prioritäten setzen.
5) Massnahmenplanung
Massnahmen definieren, Verantwortliche und Termine festlegen. Technisch/organisatorisch/personell (STOP‑Prinzip).
6) Umsetzung & Dokumentation
Massnahmen umsetzen, dokumentieren und Nachweise sauber führen (Protokolle, Fotos, Prüfnachweise).
7) Instruktion & Schulung
Mitarbeitende instruieren (Regeln, PSA, Notfall) und Wirksamkeit sicherstellen (Verständnis/Anwendung).
8) Betriebsmittel & Instandhaltung
Wartung/Prüfungen planen, Mängel beheben, sichere Arbeitsmittel bereitstellen.
9) Notfallorganisation
Erste Hilfe, Alarmierung, Evakuation, Brandschutz – Zuständigkeiten und Mittel (Material, Kurse) sicherstellen.
10) Kontrolle & Audit
Begehungen, Kontrollen und Kennzahlen nutzen: funktioniert es wirklich? Abweichungen behandeln.
11) Freizeitsicherheit
Zusätzlicher Praxis‑Punkt: Unfälle ausserhalb der Arbeit reduzieren (Sensibilisierung, Kampagnen, Fokus auf häufige Ursachen). Das senkt Ausfälle und stärkt Sicherheitskultur.
Kontinuierliche Verbesserung
Aus Ereignissen lernen, Massnahmen nachschärfen und System laufend weiterentwickeln (KVP).
Umsetzung im Betrieb
1) Start-Workshop
Ist‑Analyse, wichtigste Gefahren und fehlende Nachweise identifizieren. Ziele und Verantwortlichkeiten definieren.
2) Massnahmenplan
Priorisierte Massnahmen mit Terminen, Zuständigkeiten, Budget und Wirksamkeitskriterien festlegen.
3) Kontrolle & Review
Begehungen, Audits, Schulungen und Nachführung – bis es im Alltag funktioniert.
FAQ
Ist das 11‑Punkte‑System offiziell?
Das 10‑Punkte‑System ist eine bekannte Praxisstruktur im Umfeld Arbeitssicherheit. Die 11‑Punkte‑Erweiterung (Freizeitsicherheit) ist eine praxisnahe Ergänzung, die wir je nach Betrieb einsetzen, um Ausfälle zu reduzieren und Sicherheitskultur zu stärken.
Wie starte ich am schnellsten?
Mit einer kurzen Ist‑Analyse: Verantwortlichkeiten, wichtigste Risiken, bestehende Dokumente. Daraus entsteht ein priorisierter Massnahmenplan (90 Tage) plus Jahresplanung.
Kann man das im KOPAS/SiBe Kurs lernen?
Ja – im Grundkurs werden Rollen, Pflichten und Umsetzung im Betrieb behandelt. Auf Wunsch übertragen wir die Struktur direkt auf Ihren Betrieb (Inhouse/Coaching).
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